TK am Stadtwald e.V.

Historie

Wie alles begann …

von Toni Lohmeier

Wenn wir uns in unserem Tennisklub „Am Stadtwald“ wohl fühlen, ihn als unsere sportliche Heimat sehen, als eine Stätte der Begegnung begreifen, in der zwischenmenschliche Beziehungen über Jahre und Jahrzehnte hinweg gewachsen sind und immer wieder neu wachsen, so verdanken wir dies der Initiative eines Mannes, Lothar Fialkowski. Tennis war – wie wir alle wissen – von alters her eine Sportart, die gemein hin als elitär abgetan wurde. Dies änderte sich in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Die Breite Masse entdeckte diese Sportart auch für sich. Die Folge war, dass die meisten Tennisklubs große Wartelisten führten. Da gab es neu gegründete Vereine, deren Mitglieder über Jahre hinweg Beiträge an ihren Klub entrichteten, bis endlich genügend Mittel angespart waren und Tennisplätze gebaut werden konnten. Diese allgemein typische Situation galt auch für unsere Stadt. Die Stadt Rheinbach war bereit, Abhilfe zu schaffen und bot Gelände und Unterstützung zum Bau von Tennisplätzen an. Das Angebot richtete sich zunächst natürlich an den bereits bestehenden Tennisklub Rot-Weiß. Dieser lehnte jedoch ab. Nun war guter Rat teuer! Wer könnte als Träger eines Tennisvereins, oder zumindest einer Tennisabteilung innerhalb eines bereits existierenden Sportvereins in Frage kommen? Boten sich da in Rheinbach nicht VFL und RTV an? Beide Vereine verzichteten ebenfalls. Gründe, die zu hören waren: zu hohe Kosten, veränderte Mitgliederstruktur. Was für eine Enttäuschung für die Wartenden. Dann gab es eine neue Idee. Der 1. Vorsitzende des Tennisklubs Rot-Weiß, Herr Hansen, wandte sich an die Damen und Herren auf seiner Warteliste und regte an, aus diesem Kreis heraus selbst einen neuen Tennisverein zu gründen. Lothar Fialkowski griff diese Idee auf und begann, diese Idee in die Tat umzusetzen. Lothar lernte zunächst, daß mindestens sieben Personen erforderlich sind, um einen Verein zu gründen und aus mindestens drei Personen hat der Vorstand eines Vereins zu bestehen. Enge Freunde und Arbeitskollegen, einschließlich deren Ehefrauen, waren bereit, das Wagnis anzugehen. Zunächst galt es, die formalen Voraussetzungen zu klären. Dazu gehörte auch der Name des neuen Klubs. Man war sich einig, einen Namen zu wählen, der sich nicht am üblichen Farbenspiel orientierte. Man wollte auch nicht das allgemein üblich „C“ im Namen haben. Also her mit neuen Ideen. Die erste Version „Am Schornbusch“ wurde seitens des Amtsgerichtes Rheinbach nicht akzeptiert, da sie nicht typisch für Rheinbach, sondern für Euskirchen sei. Aus den vielen weiteren Vorschlägen, wie „Südwest“, „Am Sportpark“, „Am Freizeitpark“ und anderen, entschieden sich die Gründungsmitglieder letztlich für den „Tennisklub am Stadtwald“ und erreichten damit auch die Zustimmung durch das Amtsgericht. Im weiteren wurde die Satzung des Vereins erarbeitet sowie beim Finanzamt die Gemeinnützigkeit beantragt. Nach Klärung allgemeiner vereinsformaler und vereinsrechtlicher Fragen galt es infrastrukturelle und bautechnische Probleme zu lösen, um eine Tennisanlage bauen und unterhalten zu können. Im wesentlichen ging es um die Kosten für

  • den Bau der Tennisplätze,
  • die Bereitstellung der Wasser- und Stromanschlüsse
  • den Bau der Bewässerungseinrichtungen,
  • Wege- und Parkplatzbau,
  • den Bau eines Klubhauses (sprich: Umkleidegebäude).

Auch die Folgekosten, wie z.B. Unterhalt der Plätze, Frühjahrs- und Herbstinstandsetzung, Platzwart, Pflege der Außenanlagen, Beiträge für Versicherungen, Mitgliedsbeitrag an den Deutschen Sportbund und an den Tennisverband, usw. bedurften der intensiven Diskussion. Konnte das alles finanziert werden? Natürlich traten zunächst die Skeptiker auf den Plan, die es als schier unmöglich bewerteten, dass der Klub dies auf Dauer tragen könne. Mit erhobenem Finger auf das Risiko hinweisend riet man dringend davon ab. Lothar und seine Crew kamen jedoch zu dem Ergebnis, dass es bei Erfüllung folgender Voraussetzungen möglich sein würde:

  • Unterstützung der Stadt Rheinbach, die eine Förderung ja schon in Aussicht gestellt hatte
  • Beitritt genügender Mitglieder, wozu es ja aufgrund der bekannten Wartelisten berechtigte Hoffnungen gab sowie
  • Zuschüsse des Rhein-Sieg-Kreises, des Regierungspräsidenten Köln und/oder eines möglichen Darlehens des Deutschen Sportbundes.

Mit diesen Informationen und der eigenen positiven Einstellung hierzu wurde das Vorhaben als realisierbar eingestuft. Die Vereinsgründung vollzog sich am 11. Juni 1976. Der Spielbetrieb sollte im Mai 1977 aufgenommen werden. Der 1. Vorstand bestand aus drei Mitgliedern:

  • 1. Vorsitzender: Lothar Fialkowski,
  • 2. Vorsitzender: Peter Wittgrefe (zugleich Stellvertreter),
  • Schatzmeister: Wolfgang Schmücker.

Das Gründungsprotokoll wurde gefertigt. Unmittelbar danach ging die erste Hauptversammlung nahtlos in die erste Vorstandssitzung des Klubs über, in der die Satzung und die Aufnahmebedingungen verabschiedet wurden. Diese drei Dokumente waren Voraussetzung für die Eintragung des Vereins ins Vereinsregister beim Amtsgericht sowie für den Antrag auf Gemeinnützigkeit beim Finanzamt St. Augustin. Der TC Rot-Weiß Rheinbach übergab dem neuen Verein seine Warteliste, worauf sich 136 Interessenten beim neuen Klub anmeldeten. Am 27. August 1976 erfolgte die Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht Rheinbach. Als Lothar die zahlreichen Gespräche mit der Stadt Rheinbach (Provisorien hinsichtlich Umkleidemöglichkeiten, Duschen, Toiletten, Unterstellung von Geräten, etc.) erfolgreich zum Abschluss gebracht hatte, kündigte der Klub schriftlich gegenüber allen Interessenten an, dass mit der Aufnahme des Spielbetriebes noch 1977 zu rechnen sei. In einer am 14. Oktober 1976 durchgeführten allgemeinen Versammlung erfuhren die Interessenten weitere Einzelheiten zum Fortschritt des Vereins. Gleichzeitig erhielten sie die erforderlichen Aufnahmeunterlagen. Am 26. Februar 1977 bestätigte der Vorstand gegenüber allen Antragstellern die Aufnahme in den Klub. Die am 1. Juli 1977 durchgeführte 1. Mitgliederversammlung war von Optimismus getragen. Der Vorstand informierte die Mitglieder, dass der Spielbetrieb spätestens im September 1977 aufgenommen wird. Der Mitgliederbestand hatte die Zahl 150 überschritten, davon waren 56 Jugendliche. Dann war es endlich soweit! Am Samstag, den 17. September 1977, gab der Bürgermeister der Stadt Rheinbach, Herr Büttgenbach, bei strahlendem Sonnenschein den Startschuss zur Eröffnung der ersten drei Tennisplätze des “Tennisklubs am Stadtwald”. Gerade mal 15 Monate seit der Gründungsversammlung waren bis zur Platzeröffnung vergangen. Mühen und Schweiß hatten sich gelohnt. Mut und Zuversicht und eine überzeugend positive Grundhaltung der Gründungsmitglieder haben dieses Werk zustande gebracht. Ein neuer Sportverein in den Mauern der Stadt Rheinbach begann zu leben und seinen Beitrag für das Gemeinleben unserer Heimatstadt zu leisten. Knapp sieben Jahre später, im April 1984, eröffnete der Klub zwei zusätzliche Plätze. Mit nunmehr fünf Plätzen trägt der Klub sowohl dem allgemeinen Wunsch seiner Mitglieder auf mehr Spielmöglichkeiten Rechnung, als auch den Vorstellungen des Klubs, mit mehr Mannschaften an den Verbandsspielen des Tennisverbandes Mittelrhein teilnehmen zu können.