Das Klubhaus
Unser Klubhaus – ein kurzer Rückblick
von Toni Lohmeier
In der ersten Zeit nach Gründung des Tennisklubs am Stadtwald sind Tennisspielerinnen und Tennisspieler bei schlechtem Wetter des öfteren vom Regen überrascht und dabei ziemlich naß geworden – unsere "Altmitglieder" können ein Lied davon singen.
Gesponserte Schirme mußten als erstes ein Dach gegen die Tücken des Wetters bilden. Doch das reichte schon bald nicht mehr.
Eine bessere Lösung bis zur Errichtung des ersehnten Klubhauses mußte her. Ein Angebot in einer Wochenzeitung – "Gartenlaube, rund, abzugeben" – brachte den amtierenden Vorstand auf die geniale Idee, dieses Ding muß her. Gesagt, getan!
Das erste "Klubhaus" mit einem Durchmesser von ca. 250 cm und Sitzmöglichkeiten für maximal 6 Personen stand dann auch sehr schnell auf den zuvor selbst verlegten Steinplatten, dort, wo heute der wunderschöne Geräteschuppen unseres Platzwartes, Hans Müller, steht.
Die gemütliche Enge in der Hütte und das sich daraus ergebende Näherkommen der Mitglieder untereinander führte sehr schnell zum vertraulichen "Du" mit z.B. den Worten: "ich heiße Almut und wie heißt Du?"
Bald schon war der abendliche Andrang so groß – es paßten jetzt, oh Wunder, schon 10 Personen in die Hütte -, daß eine weitere Hütte angeschafft wurde. Diese fand unmittelbar neben der bestehenden ihre Aufstellung, mit einem Verbindungsgang wurde beide Hütten verbunden und siehe da, es ergab sich ein Klubhaus in einer Größe, die es uns ermöglichte, auch Gäste bei den Medenspielen darin zu bewirten.
Das Problem der fehlenden Toiletten lösten zum Glück die damals noch jungen nach Wasser dürstenden Gehölze am Rand des Freizeitparks bzw. ab 1982 (!) die Toilettenanlagen des Cafes im Freizeitpark. Duschen gab es keine, dies war besonders unangenehm unseren Gästen gegenüber, die anläßlich von Medenspielen zu uns kamen.
Der Platzwart sorgte immer dafür, daß in einer abschließbaren Holzkiste stets genügend Getränke für die durstigen Kehlen der Tennisspielerinnen und Tennisspieler vorhanden waren.
In den zwei Hütten entwickelte sich ein Klubleben ganz eigener Art, an das sich alle alten Mitglieder immer wieder gerne und mit Schmunzeln erinnern.
Es war oft kalt und feucht in den Hütten, der Regen lief quer durch die Hütten, mit den Füßen stand man oft im Wasser. Deshalb mußte dieses, trotz der Widrigkeiten so gemütliche erste Heim unserer Mitglieder einer festen, dauerhaften Lösung weichen.
Die Planungen für das heutige Klubhaus reichen zurück ins Jahr 1978. In den dann folgenden sechs Jahren wurden Konzepte entworfen, Planungen aufgestellt, Anträge auf Zuschüsse durch die Stadt, den Kreis, das Land, den Landessportbund, usw. gestellt. Bis zum Frühjahr 1984 blieb das neue Klubhaus Wunschdenken. Wiederum griff ein neuer Vorstand das Vorhaben auf und nachdem grundsätzliche Fragen wie Grundstück, Baurecht, evtl. Auflagen der Stadt Rheinbach, etc. geklärt waren, stimmte eine außerordentliche Mitgliederversammlung im November 1984 dem Finazierungsvorschlag des Vorstandes zu.
Am 13. Mai 1985 war es endlich soweit. Mehrere Lastkraftwagen der Firma OKAL hielten an der Schubertstraße, bepackt mit unserem Klubhaus. Wie Legobausteine fügten die Handwerker Außen- und Innenwände, Decken und Dachstuhl zusammen. Nach 10 Stunden Aufbauzeit stand das Gebäude. Nun galt es den Innenausbau in Eigenleistung durch die Klubmitglieder zu bewerkstelligen. Der gesamte Klubraum war noch völlig leer. So wurde der Boden gefliest, Sitzbänke gefertigt und eingebaut, Wände unter den Sitzbänken mit Teppichboden ausgekleidet, die Theke gebaut, alle Holzteile mit Schiffslack mehrfach gestrichen, Gläserregale eingebaut, Vorhänge genäht, Wände gestrichen, die Küche eingebaut, usw. usw. Es schien kein Ende zu nehmen.
Aber nicht nur der Inneausbau war zu bewältigen. Die gesamten Außenanlagen waren neu zu gestalten. Dabei galt es zunächst 400 Tonnen Mutterboden so zu verteilen, dass sich, vom Niveau der Schubertstraße beginnend, ein sanfter Hügel abfallend in Richtung Terrasse, harmonisch in das Gesamtbild der Anlage einfügte. Viele fleißige Hände, Jugendliche und Erwachsene, haben diese schweißtreibende Arbeit verrichtet. Danach vollendete der Gärtner die Bepflanzung der Anlage und mit der Fertigstellung des neuen Zaunes war die Tennisanlage wieder eingefriedet. Mehr als 2000 Arbeitsstunden Eigenleistung der Klubmitglieder – es waren fast immer die selben, die sich zur Verfügung stellten – sind eine stolze und beachtenswerte Bilanz.
Noch war die Terrasse ein Schotterbett. Dies hinderte den Klub nicht, am 09. August 1985 mit mehr als 250 Gästen (aktive Mitglieder und deren Familienangehörige sowie offizielle Vertreter der Stadt Rheinbach und Vertreter befreundeter Tennisklubs) die Eröffnung des neuen Klubhauses gebührend zu feiern.

Mit der Fertigstellung der Terrasse ging diese wichtige Bauphase zu Ende. Als der Klub dann ein Jahr später sein 10-jähriges Bestehen feierte war das neue Vereinsheim schon zur Selbstverständlichkeit geworden, so, als hätte es seit jeher bestanden.